Sie sind nicht angemeldet [ Anmelden ] Es ist jetzt 06:28 Uhr

Motorradtaugliche Halterungen für GPS-Empfänger

Natürlich gibt es kommerzielle, käufliche Varianten von GPS-Halterungen, die insbesondere auch von Motorradzubehör-Lieferanten (z.B. Touratech, Woick) hergestellt und vertrieben werden. Doch sind die nicht gerade billig.

Mit einem Do-it-yourself-System kann man hier einiges sparen! Ich möchte hier zwei Beispiele vorstellen, die aus billigem 0.5 mm Messingblech mittels Blechschere, kleinem Proxxon-Set (zum Antrieb von Miniatur-Trennscheiben und Schleifköpfen) und Bohrmaschine innerhalb von ca. 1 h erstellt werden können. Sie brauchen sich funktionell wohl kaum hinter den kommerziellen Varianten zu verstecken.

Bei allen Modellen ist noch eine Anbringung am Motorrad erforderlich. Hier hat sich für mich der RAM-Mount (u.a. erhältlich über Touratech) bestens bewährt. Bei diesem wird zunächst eine hartgummiummantelte Stahlkugel mittels eines U-Bügels am Lenker befestigt und verbleibt auch dort. (Im nebenstehenden Bild ist diese untere Stahlkugel die, deren Fuß auf dem Holz aufliegt. Die Verschraubung am Lenker kann man im zweiten GPS-12-Bild weiter unten erkennen.) Deren Gegenstück wird unter den eigentlichen GPS-Halter geschraubt. Schließlich werden diese beiden Kugeln mit einem geteilten, aber festziehbaren Druckgussstab verbunden, wobei ein recht hohes Maß an Anordnungsmöglichkeiten besteht. Damit ist auch an absolut schrägen Lenkern eine gute Positionierung des Empfängers zu erreichen.

Der Garmin GPS-12 Halter

Der Garmin-Halter war mein erster Versuch. Entsprechend ist er auch eher simpel ausgefallen: die Ecken eines rechteckigen Blechs wurden ausgeschnitten und dann die Seitenwände hochgebogen. Im Bereich der GPS-Antenne wurde noch zusätzlich Material weggenommen, um den Empfang (bei einer sichtgünstigen Schrägstellung des Empfängers am Motorrad) möglichst wenig zu beeinträchtigen.

Mutige (oder Unwissende, wie ich es zu Anfang war) spannen dann schlichtweg ein Einmachgummi um die Halterung herum, wobei die Enden des Gummis um eine der beiden Halterungsschrauben gespannt werden. Dummerweise neigen diese Gummis jedoch zu spontanem und nicht vorhersehbarem Reißen, weshalb bei deren Benutzung zumindest der Empfänger zusätzlich an dem D-Ring des Batterifachs mit einer zusätzlichen Halteschnur gegen das Herunterfallen gesichert werden sollte.

Besser ist in jeden Fall die Verwendung eines Viton-Ringes, der diese Materialschwächen nicht aufweist, aber auch mit einigen Euro deutlich teurer kommt.

Ein weiterer Tip zum Thema "haltbare Gummis", den ich hiermit weitergeben möchte, erreichte mich aus München: Ganz einfach lassen sich aus einem altem Motorrad-Schlauch (besser Autoschlauch, noch besser LKW-Schlauch) Gummiringe für alle möglichen Zwecke bis hin zur unkaputtbaren Dichtung für allerlei Zwecke selber schneiden. Einzige Voraussetzungen sind ein sehr scharfes Teppichmesser, Filzstift und ruhige Hand. Solche Gummis, zumal schön konfigurierbar in Länge, Breite etc. sind wahrscheinlich unkaputtbar!

Der Magellan Meridian Halter

Beim Meridian konnte ich einfach keine Stelle am Gerät entdecken, bei dem eine Umschlingung mit einem Gummiring nicht zu einer Sicht- oder Bedienungsbehinderung geführt hätte. Zusätzlich besitzt das Gehäuse eine nichttriviale Gehäuseform, die zwar gut in der Hand liegt, aber nicht gerade rechtwinklig ist.

Entsprechend wurde hier eine andere Befestigungstechnik eingesetzt: die elastische Umschließung des Geräts mittels Schaumstoff. Den abgerundeten Formen des Empfängers entsprechend fällt die aus dem Messingblech ausgeschnittene Form etwas komplizierter aus. Um aber weiter mit flachen Blechen arbeiten zu können, wurden nach Einschneiden mit der Blechschere an der Unterseite drei flache Zungen nach oben gebogen. Desgleichen wurde an den bereits leicht zusammenlaufenden Seiten des Empfängers gemacht und schließlich Boden und Haltezungen mit einer dünnen Schicht festen Schaumstoffs ausgekleidet.

Da die Seitenwände des Empfängers gummiert sind und Gummi auf Schaumstoff praktisch überhaupt nicht gleitet, wird der Empfänger sicher in dieser Umgreifung gehalten. Er kann ohne weiteres auf den Kopf gestellt und/oder kräftig geschüttelt werden, ohne sich aus der Halterung zu lösen.

Und so sieht das ganze dann auf der Straße aus (Bildschirmdarstellungen mit einer von GPS-Route aufbereiteten Tour in Aktion):

(Ein paar weitere Bilder des Meridian-Halters ohne Worte hänge ich weiter unten an diese Seite an, weil ich schon mehrfach nach diesem Halterprinzip gefragt worden bin.)

Fazit

Der GPS-12-Halter hat bereits mehrere 1000 km Fahrstrecke auf dem Buckel, ohne dass irgendwelche Probleme aufgetreten wären. Beim Meridian-Halter sind es nun auch schon deutlich mehr als 1000 km.

Die Befestigung auf dem RAM-Mount-System scheint außerdem auch die Rüttelei des Motorrads ein wenig zu dämpfen - ein spontanes Ausschalten, wie es teilweise in den Motorradgruppen im Internet geschildert wird, ist mir jedenfalls noch nicht passiert.

Der Vorteil der sehr einfachen Montage und Demontage dieses Haltersystems ist gleichzeitig auch sein Nachteil: Die GPS-Empfänger können ausgesprochen einfach aus der Halterung entfernt werden und so eigene Beine bekommen. Sobald man sich vom Motorrad fort bewegt, muss man das Teil abnehmen und mitnehmen oder wegschließen. Ich befürchte aber, dass es wohl kaum ein nicht fest eingebautes System gibt, das diese Probleme nicht hat.

Elektronikzubehör zur Erstellung einer geeigneten Stromversorgung oder passende Akkus gibt es z.B. auch bei Conrad.
Bisher habe ich mir nicht die Mühe gemacht, die Aussparungen für die Stromversorgung am Meridian-Halter auszufräsen, denn die Akkulaufzeit liegt so hoch, dass ich lieber ein oder zwei Sätze Ersatzakkus dabei habe, als ständig das Kabelgestrapsel vor dem Armaturenbrett mit ansehen zu müssen. Da die Verschraubungsplatte zum RAM-Mount jedoch schräg angesetzt ist, kann diese Ausfräsung zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von Minuten nachgearbeitet werden.


Und nun noch die versprochenen Meridianhalter-Detailbilder: