Sie sind nicht angemeldet [ Anmelden ] Es ist jetzt 01:02 Uhr

Zurück zur GPS-Route Übersicht

  für Navi-Systeme mit Eigenintelligenz

(Die folgenen Abschnitte beziehen sich ausschließlich auf Navigationssysteme mit Eigenintelligenz, wie etwa die PocketPC-Systeme Medion Navigator und TomTom 3! Den GPS-Empfängern ohne eigene Routing-Funktion, für die GPS-Route primär entwickelt worden ist, ist eine eigene Seite gewidmet.)

Eine ganz wesentliche Eigenschaft dieser Systeme ist, dass sie im Gegensatz zu den "dummen" Systemen ihren Weg selbständig zwischen angegebenen "Zwischenzielen" finden und entsprechend eine weitaus geringere Punktvorgabedichte erfordern. Wenn bei beiden Systemen (PC-Tourenplaner und PocketPC-Navi) eine gleiche Datengrundlage und die gleiche Routing-Strategie (z.B. "kürzeste Strecke") voraus gesetzt werden könnte, sollte es eigentlich reichen, die bereits im PC-Planer gesetzten Start- und Zielpunkte sowie der Zwischenziele zu übergeben. Es hat sich aber des öfteren gezeigt, dass diese Methode nicht ausreicht und die Nachplanung auf dem PocketPC ein Eigenleben entwickelt.

Entsprechend werden die vom Tourenplaner übernommenen Basisdaten durch eine verhältnismäßig kleine Zahl weiterer zusätzlicher Stützstellen ergänzt, die aus einer "Cross-Track-Error"-Analyse (XTE) gewonnen werden. Kurz gesagt bedeutet dies, das gelegentlich unwesentliche Punkte aus dem Tourenplanerexport zur Stützung des Tourverlaufs in die Zwischenzielabfolge eingestreut werden, wenn die Abweichung der Tour vom einer gedachten Luftlinie zwischen den auf einander folgenden Zwischenzielen relativ zu groß ausfällt. So wird weitestgehend sicher gestellt, dass das PocketPC-System die gleiche Strecke auswählt wie zuvor der Tourenplaner auf dem PC. Trotzdem ist es günstig, die gleiche Routingstrategie in beiden Systemen zu verwenden, also z.B. die Wahl der "kürzesten Strecke"! Je nachdem, wie gut PocketPC und PC im Routing-Konzept übereinstimmen, kann ein mehr oder weniger großer Maximalabstand von Stützpunkten mit der Option "-D <Zahl>" (bzw. über die grafische Oberfläche) eingestellt werden.

Die selbst routenden Navi-Systeme verwenden notwendigerweise einen eigenen Straßen- und Wegpunkte-Vektordatensatz. Damit sie arbeiten können, müssen die ihnen übergebenen Zwischenziele auch erreichbar sein. Anscheinend werden jedoch von den diversen Routing-Programmen unterschiedliche Datensätze verwendet, daher können die von PC-Tourenplanern exportierten GPS-Koordinaten markanter Punkte um einige 10 m von denen in den Navi-Systemen verwalteten abweichen. Es kommt daher vor, dass einzelne Routing-Stützpunkte des PC-Tourenplaners im PocketPC-Navisystem nicht bekannt und so auch nicht routingfähig sind. In anderen Fällen können "fehlerhaft" übertragene Koordinaten zu kurzen Einfahrten in Nebenstraßen führen, die aber direkt wieder zur eigentlichen Streckenführung zurück geroutet werden. Solche Vorkommnisse müssen entweder während der Fahrt erkannt und umgangen, oder von Hand vor dem Tourbeginn nachgebessert werden.

Darstellung der übertragenen Routen

Die Darstellung des Routenverlaufs und die möglicherweise auditive Unterstützung durch diese Systeme kann nur in geringem Maße durch die GPS-Route-Aufbereitung beeinflusst werden. Es kann vielmehr nur versucht werden, sicher zu stellen, möglichst genau den im PC ausgeguckten Tourverlauf zu reproduzieren.

Darüber hinaus ist beim Medion Navigator sicher zu stellen, dass alle Straßen im PocketPC-Routingsystem grundsätzlich genommen werden dürfen, denn sonst treten dort gelegentlich Fehler der Art "unverbundener Wegpunkt" auf. Trotz Beachtung dieser Punkte kann auf der Straße gelegentlich etwas leicht anderes heraus kommen, als man ursprünglich am PC vorgesehen hatte.

Abbildung 9: Nutzung der Tourenaufbereitung auf einem Navigon-PocketPC-System: Alle Abbiegeanweisungen werden als "Zwischenziele" für das Navigon-System uminterpretiert. Navigon führt dem entsprechend noch ein "Autorouting" zwischen diesen Punkten durch, das auch schon mal etwas andere Ergebnisse liefern kann als ursprünglich im PC-Tourenplaner ermittelt wurden. In der Regel ergibt sich aber bei der Navigon-Einstellung "kürzeste Verbindung" die gleiche Straßenwahl.
Links: Detailbildschirm während der Fahrt. Rechts: Liste der aus dem Tourenplaner übernommenen "Zwischenziele".
Navigon-kombi.eps

Die selbst routenden Systeme brauchen nach dem Passieren eines Zwischenziels eine kurze Zeitspanne, um die Teilstrecke zum nächsten vorzurechnen. Daher sollte man bei der Planung im PC-Tourenplaner die Zwischenziele, sofern sie nur der Fixierung der Streckenwahl dienen sollen, nicht auf wesentliche Abbiegestellen, sondern besser auf freie Strecken legen! So wird sicher gestellt, das dem Navi-System eine hinreichende Zeitspanne zum Errechnen des weiteren Tourenverlaufs bleibt und es beim nächsten Aktionspunkt wieder den Weg weisen kann. Auch die von GPS-Route eingestreuten Zusatzpunkte werden aus dem gleichen Grund aus den unwesentlichen Zwischenpunkten des Tourenplaners entnommen, sofern das von der Datenlage her möglich ist.

Routingfehler bei Verwendung "wichtiger Wegpunkte" als Tourenplaner-Exportoption

Die unterstützten Tourenplaner bieten üblicherweise verschiedene Detaillierungsgrade des Routenexports an. Meist gibt es die Optionen "Nur Zwischenziele", "Wichtige Wegpunkte" und "Detaillierte Liste". In dieser Reihenfolge nimmt entsprechend der Detaillierungsgrad zu. Der reine Zwischenzielexport ist selbst für nachgeschaltete autoroutende Systeme unakzeptabel, da hier wegen der üblicherweise großen Entfernungen zwischen den Zwischenzielen gnadenlos unterschiedliche Routingstrategien von Tourenplaner und Navi zuschlagen und sehr schnell eine komplett anders verlaufende Routenführung erzeugt wird.

Verwendet man die "wichtigen Wegpunkte" (in der Regel die Standardeinstellung der Tourenplaner), kann das insbesondere bei nachgeschaltetem intelligentem Navi schiefgehen, wie das folgende, von Herbert Wuchterl beigesteuerte Praxisbeispiel erläutert.


Routingfehler bei Selbstroutern
Links: Korrektes, abbiegendes Routing des Tourenplaners (von links kommend nach unten wegfahrend) in einem Autobahnkreuz. Mitte: Per Autorouting im Navi daraus entstehender Umweg über die Anschlussstelle im Norden des Kreuzes (Routenverlauf ist hier gelb unterlegt und mit roten Pfeilen gekennzeichnet). Rechts: Korrektes Routing bei Verwendung eines "unwichtigen" Routenpunkts aus dem Planerexport.
ww-Planerexport ww-Naviresultat unwichtigesRouting

Was ist hier passiert? In der Exportvariante "wichtige Wegpunkte" wurde der Abbiegepunkt bei der Einfahrt ins Autobahnkreuz exportiert und von GPS-Route für die Aufbereitung einer entsprechende Via-Liste für das nachgeschaltete Autorouting-Gerät herangezogen. An der entsprechenden Stelle liegen jedoch die Richtungsfahrbahnen für den Abbieger in südliche Richtung und die ins Kleeblatt führende Bahn sehr eng beieinander, so dass hier das nachgeschaltete Navi sehr empfindlich auf geringe Abweichungen reagiert. Dies kann bei unterschiedlichen Grunddatensätzen in Planer und Navi eben dazu führen, dass man auf der Straße in die falsche Richtung geführt wird! Das Navi "denkt sich dann seinen Teil dazu", führt einen wie gewünscht in das Autobahnkreuz hinein. Die Anbindung an die nachfolgenden Routenpunkte erfolgt danach automatisch durch ein Routing zur Ausfahrt Taufkirchen-Ost und eine dortige Wendung.

Nach Export der "detaillierten Liste" im Planer stehen GPS-Route hingegegen zahlreiche weitere Routenstützpunkte zur automatischen Stützpunktermittlung zur Verfügung, an denen gerade keine Abbiegeentscheidungen zu treffen sind, sondern die relativ harmlos einfach "nur auf der Strecke liegen". Diese werden, sofern vorhanden, bevorzugt für die Selbstrouter-Zielformate genutzt, und es wird nur in Notfällen auf wichtige Wegpunkte ausgewichen. Das Ergebnis sieht man im rechten Bild: Hier wurde offensichtlich der Austrittspunkt des Autobahnkreuzes, an dem wohl vom Tourenplaner ein "unwichtiger" Punkt der Form "weiter auf ..." exportiert wurde, zur Routenfestlegung verwendet. An einem solchen Punkt besteht das Problem der Sensitivität in der Regel nicht mehr.

Besonderheiten einzelner Systeme

  • Bei den frühen Version des Mobile Navigator (Versionen 1.x?) muss das Erreichen der Zwischenziele von Hand bestätigt werden. Dieses kann sich als recht lästig erweisen. Hierfür gibt es aber auch ein Shareware-Programm namens Glopus.
  • Bei den Version des Medion Navigator (Versionen 1-3) muss die von GPS-Route erzeugte Datei den Namen "Routenpunkte.ini" tragen.
  • Die Zwischenziel-Definitionsdateien vom Mobile Navigator 4.0 und 4.1 unterscheiden sich von denen der neueren Version 4.2. Beide Varianten werden von GPS-Route direkt und unabhängig von einander unterstützt.
  • Die Anzahl der Zwischenziele darf für das TomTom-3-System maximal 15 betragen. Daher wird bei einer lokalen GPS-Route-Nutzung die erzeugte Datei in entsprechende Häppchen aufgeteilt, wobei jeweils ein Ziel als Überlappung dient.
  • Tomtom Rider, Tomtom Go und Tomtom PocketPC Version 5 verkraften 48 Zwischenpunkte. Beim Go und beim Rider ist es erforderlich, einen Ordner namens ITN auf der SD-Karte zu haben. Dort hinein sind die erstellten Routendateien zu kopieren.
  • Die neueren großen Garmin-Geräte beherrschen ebenfalls eigenes Auto-Routing im Gerät. Entsprechend sollten diese auch nur mit sehr begrenzten "Zwischenziel"-Informationen beschickt werden. Eine solche Aufbereitung unter Beibehaltung der seriellen Übertragungen ist mittels EasyGPS möglich: Es werden so genannte "graue Routenpunkte" übertragen, über die der Empfänger autoroutend durch die Tour führt. Entsprechend gibt es zwei verschiedene Aufbereitungsmodi für EasyGPS: Für "dumme" und für "schlaue" Zielgeräte. Die GPX-Dateien können auch unmittelbar in Garmins Mapsource eingelesen werden, um sie auf das Navi zu schicken bzw. noch final nachzubearbeiten.
    Aber bitte beachten: Auch die Anzahl verarbeitbarer "grauer Routenpunkte" ist begrenzt. So scheint etwa das Garmin GPS 276c davon nur 50 in einer Route zu verkraften. Treten unerwartete Effekte auf (Routenlänge kürzer als erwartet etc.), sollte man wohl mit diesem Wert ein wenig spielen.

In der Online-Version werden für alle Systeme, bei denen eine Routenaufteilung in mehrere Dateien erforderlich ist, Archive erstellt und zurück übermittelt. In diesen sind die Einzeldateien enthalten.

Zurück zur GPS-Route Übersicht



P. Roosen 2006-02-06